Aufwärmen! Heißlaufen?
Anfang Mai abgetaucht in die Ursuppe des Fußballs, habe ich mir versprochen, Liebe organisieren zu können: Ich wollte zehn Jahre offizielle Vereinsberichterstattung für Austria Salzburg nicht mehr so weiterbetreiben. Obwohl mein Klub gerade jetzt attraktiver ist denn je. Obwohl ich Meinung habe, und Ahnung hoffentlich auch weiterhin ausreichend.
Warum habe ich das bloß geschafft – seit wann bin ich so konsequent, ausgerechnet dort, wo das Herz höherschlägt?
Vergesst es! Alles, was ich kann, ist, mir etwas Luft zu verschaffen, das violette Suchtverhalten vorübergehend ein wenig zurückzustellen. Und selbst dafür hat sich mein Schreiberseelchen feig einen Zeitraum ausgesucht, wie ihn sich Fitnessmuffel und Rauchentwöhnungswillige in den ersten Jännerwochen nehmen: die Sommerpause.
Heiß ist es in diesen Hundstagen, aber dafür wäre mir schon wieder jedes Wetter recht: Jetzt wird die Suppe wieder aufgewärmt!
Von Samba bis Blutgrätsche
Aber dazu heißt es zunächst deeehnen – und ganz viel lööösen. Statt ausgedehnter Vorberichte gibt’s von mir zum Comeback eine leichtfüßige Kick-Kolumne. „Jogo bonito“ in Wort und Schrift vielleicht, losgelöst von Chronistenpflicht ganz sicher.
Abwarten aber, wann sich der Kampfgeist zurückmeldet und rustikal reingrätscht in provokante Lässigkeit. Noch ist ja Sommerpause, die längste ever – monatelang kein Gegnerspieler, kein Schiedsrichter, der mich hätte ärgern können; und um Infantino bei Knabbergebäck als Kabarett konsumieren zu können, reicht die Erfahrung inzwischen auch aus – routiniert rein in die richtige Rubrik, zu Tode langweilen oder umschalten, je nachdem.
Heute aber wird das Kastl weggelegt, für mitreißenden Passivsport, bei dem ausgeliefert ist, wer nicht persönlich auf dem Platz steht: Cup-Auftakt, es geht nach Grünau – hatten wir „reingegrätscht“ schon?
Zoom-in-Zeilen
Gelegentlich oder in gepflegter Regelmäßigkeit – das entscheidet nun einzig und allein mein Gemüt. Gedanken gaberln, wenn sie kommen – Geschichten hochhalten, solange sie praktisch fliegen, und wenn’s wurscht ist auch wieder wegdreschen das Ding.
Sei es jetzt anderen überlassen, zu informieren, wer uns wieder wochenlang aufgrund einer Zerrung fehlen wird, ob das Röntgenbild den Verdacht auf Syndesmose- oder Kreuzbandriss bestätigt hat und ob zu allem Überdruss noch Gelbgesperrte hinzukommen. Möge bloß Spitali heil bleiben, um mich nicht sprachlich in Versuchung zu bringen …
Ich will vielmehr zeigen, an wie vielen Stellen des Fußballs es sich sonst noch lohnt, ganz genau ranzuzoomen.
Gaberln ist eine kleine Laune innerhalb der großen Leidenschaft. Wenn du nicht mehr kannst, lässt du das Obst lässig fallen und tust, als hättest du nichts weiter beabsichtigt. Aber beseelt mit dem Fußball-Gen kennt man sich: Die größte Freude macht’s dann doch, wenn die Frucht oben bleibt …
… ja, überhaupt mal in Bewegung kommt, besser gesagt – ich werde sie nie verstehen, diese Menschen, die einfach an einem Fußball vorbeigehen können, ohne etwas anzustellen mit ihm. Mir lassen Instinkt und Intuition gar keine andere Wahl: Das schöne, simple Spielgerät gerät in Rotation, sobald ich passiere.
Also lass ich’s eben passieren. Themen gibt’s genug aufzugabeln, darum einfach mal probieren – vielleicht schaff ich’s nochmal in den VioLetter.
Messestädte-Start
Zu Gast beim Nachbarn, drücke ich ob drückender Hitze vom Freibad aus die Daumen und verweigere jede weitere Ausrede. Mir fehlt der letzte „Plansch“ – meine Warnung daher vom Beckenrand: Diese Freuen-uns-auf-ein-Fußballfest-Spiele taufen sich mit ihrer Heiligenschein-Harmonie so offen tückisch, dass es schon wieder transparent ist.
Kick-off zur Kolumne: Gedankengaberln hält das Leder in der Luft – und drischt es an den Ledererturm mit voller Wucht! Vom Liga-Auftakt in der Messestadt erwarte ich zum Sonntagsfrühstück am ersten Augustwochenende meine ersten Eindrücke zur Verarbeitung in diesem neuen Format.
Dann hoffentlich mit Hauptsponsor auf der Brust – ich will nicht akzeptieren, dass bessere Aufwärmleiberl zum dezenten Massengeschmack befördert werden.
Dieser Höhepunkt dürfte auch mit jenem der nächsten Hitzewelle zusammenfallen, die sich gerade aufbaut – brütend heiß wird’s werden in Wels. Ob Geschäftstüchtige wohl schon nach einem potenten Paten für ein quasi gesetztes Hydration Break suchen?
Gerücht gestreut, sich selten so auf Fußballnormalität gefreut.
Und wie fahrlässig mein Fernbleiben heute sein mag – auf dass diesmal wenigstens jeder auf dem Rasen Cup-iert, wann die Saison wirklich losgeht!
Langweilig wird’s sowieso nicht, macht es bitte anders als in Oedt. Damit mir meine Schwimmbadpommes nicht im Halse stecken bleiben.
Und damit ich zur ersten regulären Folge dann immer noch so entspannt gaberln kann wie zum heutigen Intro, wo ich mir denke …
Heiß wie Frittenfett – so lässt es sich lesen in „Liga Zwa“!
